Oktober

Den Sommer behalten
mit all seinen Farben
und dem Leuchten

Noch einmal mit Wärme
die Seele umhüllen
und alle Sinne mit Glück

Tief im Herzen speichern
und später im kalten Winter
nicht aufhören zu sein

O du fröhliche

Ganz leis
fällt der Schnee
in die klare Nacht
Drinnen
knackt der Scheit
im Kamin
Kerzenlicht
lässt Kinderaugen
hell erleuchten.

An der Tanne
schaukeln sacht
glitzernde Kugeln
Auf der Spitze
thront über allem
der goldene Stern
und unten
stapeln sich Geschenke
in buntem Papier.

O du herrlich
kitschige 
Weihnachtszeit!
Jedes Jahr aufs Neue
inszeniert zum Zwecke
des Konsums.
Die Wirklichkeit indes
sieht meistens
anders aus.

#frapalymo 2018 29/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 29. november lautet: „schreibt ein kitschgedicht“.

Winternacht

Du, weißt du wie
ein Rabe schreit,
der in rauhen Nächten
verloren
seine Gefährten sucht
und die Kälte
des harten Winterbodens
mit vergeblichen Schnabelhieben
zu vertreiben,
weißt du wie
das ist?

Du, bleib da
leg deinen Mantel
ab und hüte
unsere Seelen
nicht nur in rauhen
Tagen und Nächten.

#frapalymo 2018 27/30


Was frau paulchen schreibt: der impuls für das gedicht am 27. november lautet:
„gleiche anfangszeile für alle – beginnt eure texte alle mit: „du, weißt du, wie ein rabe schreit“ – nach der anfangszeile des gedichts „du, weißt du“ von selma meerbaum-eisinger.

Kostbar

Hell leuchtende Sonnenstrahlen
warmes Bunt der Blätter
tiefblauer Himmel mit
dicken weißen Wattewolkenbergen

Ich sammle kostbare Momente:
der Winter will
überlebt werden.

Vorfreude

Unter dünner Haut
harrt das Wasser still und leise
dem Winter, der kommt.

Die Kinder freuen sich schon
auf Eislauf und Schneeballschlacht.

#frapalymo 14/30


Was frau paulchen schreibt:
der impuls für das gedicht am 14. november lautet: „schreibt ein winter-haiku oder winter-tanka“.

Ein bißchen Hintergrund zu der japanischen Gedichtform „Tanka“ findet hier, wer mag.

Sehnsucht im Herbst | saudade no outono

So manches Mal im Herbst
wenn das Licht golden wird und die Sonne schon Abschied nimmt
wenn die Luft würzig, kalt und nach Äpfeln riecht
wenn dicke weiße Wolkenberge sich am stahlblauen Himmel türmen
wenn die Meere rauer werden und die Stürme kommen –

dann möcht ich, so schön es auch ist, gen Süden fliegen
in die andere Heimat, die mein Herz sich erkoren.
Noch einmal Wärme in den alten Knochen speichern
noch einmal den Fado hören und die Sehnsucht erneuern
noch einmal am Leuchtturm stehen und bis nach Amerika schauen –

und dann einfach da bleiben.

#frapalymo 7/30


Was frau paulchen schreibt:
der impuls für das gedicht am 7. november lautet: „nutzt folgenden tweet von @silemarlin als impuls für euren text: „herbstlicht auf den dächern / schatten werden länger / in der brust vogelschwärme*“.

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